Paardon.de freut sich über 60.000 Zugriffe

 

60.000 Zugriffe – ein schöner Erfolg für unsere Regionalgeschichte

60.000 Zugriffe – wir sind begeistert und möchten ein wenig zurück und auch nach vorne blicken. 60.000 Zugriffe – das heißt: so oft ist ein Artikel auf unserer Homepage angeklickt und wie wir hoffen auch gelesen worden (Stand Anfang Mai 2026). Jeder Artikel hat einen DSGVO-konformen Zähler im Hintergrund, der nur dann mitzählt, wenn die Seite nicht von einem Bot aufgerufen wird.

Begonnen haben wir klein, wir mussten uns auf einen Namen unserer Homepage einigen, Google ermuntern, uns zu finden. Die ersten fünf Beiträge gingen am 26. November 2021 online.

Klickzahlen steigen mit der Zahl der Artikel, zur Zeit rund  2.500 Klicks pro Monat. Und das, obwohl wir keine Werbung machen, nur eine Lokalzeitung hat vor zwei Jahren mal über uns berichtet.

WordPress ist ein professionelles Programm. Die integrierte SEO = Search Engine Optimization, das heißt Suchmaschinenoptimierung, leitet uns an, Metadaten wie Schlagworte so zu vergeben, dass wir von Suchmaschinen gut gefunden werden.

 

Ziele

  • Wir sind eine private Homepage und somit völlig unabhängig.
  • Wir präsentieren alle Beiträge kostenlos, ohne Bezahlschranke und verdienen deshalb keinen einzigen Cent.
  • Wir praktizieren „Open Access“ – leider oft noch nicht selbstverständlich.
  • Zusammengefasst haben wir unsere Ziele hier

 

Name unserer Homepage

Lange haben wir überlegt, wie der Name unserer Homepage lauten soll. Wir haben uns für www.paardon.de entschieden. Interessierte können sich das leicht merken, Google und andere Suchmaschinen finden diesen Namen auch gut – letztlich stecken im Namen die Flüsse Paar und Donau drin. Der Name zeigt auch, dass wir uns in einer Region bewegen und nicht an Landkreisgrenzen Halt machen.

 

Woher kommen die Zugriffe

Im Hintergrund läuft eine datenschutzkonforme Geolocation Box, die erfasst, woher die Zugriffe kommen, wo die Einwahlserver stehen. Da finden wir neben Deutschland … hier natürlich die meisten Zugriffe aus der Region … oft die USA, aber auch China, Vietnam, Singapore … Zugriffe gibt es also von allen Erdteilen. Wir wissen, dass viele Nutzer heute anonym surfen und die Zugriffsorte auch Zufall sein können – doch sind wir uns sicher, dass wir weltweit wahrgenommen werden.

 

Wie viele Zugriffe pro Artikel?

Die Bandbreite der Zugriffszahlen der einzelnen, oft doch sehr speziellen Artikel geht weit auseinander. So gibt es Artikel mit Zugriffszahlen im unteren Bereich zwischen 500 und 1.000 (auch das finden wir schon sehr beeindruckend), viele Artikel im mittleren Bereich mit 1.000 bis 2.000 Zugriffen sowie einzelne Artikel, deren Zugriffszahlen noch weit höher liegen.

 

Barrierefrei

Unsere Homepage ist barrierefrei gemäß Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) vom 28. Juni 2025: Bedienbarkeit ohne Maus allein über die Tastatur, Alternativtexte für Bilder, ausreichende Farbkontraste, semantische Strukturierung. Besucher können sich die Beiträge auch vorlesen lassen.

 

Langzeitarchivierung

Digitale Daten sind fragil und vergänglich. Deshalb haben wir uns schon von Anfang an die Frage gestellt: Was passiert, wenn es paardon.de mal nicht mehr geben sollte? Wir sind dabei, Möglichkeiten zu testen, wie unsere Beiträge dauerhaft gesichert werden können. Wir denken zum Beispiel daran

  • mit geeigneten Artikeln eine digitale historische Reihe zu machen, die dann über die Server der Staatlichen Bibliotheken Bayerns und der Deutschen Nationalbibliothek dauerhaft gespeichert werden.
  • die Homepage insgesamt mit geeigneten Programmen zu sichern und diese Sicherung ebenfalls staatlichen Bibliotheken anzubieten.

Und auch die Idee, einige interessante Beiträge in einem Sammelband in gedruckter Form herauszugeben, finden wir spannend.

 

Dankeschön

Ein herzliches Dankeschön an alle, die mit Interesse, Hinweisen, Bildern und Geschichten zu diesem Projekt beigetragen haben. Wir sagen Danke auch für die aufmunternden Zuschriften, zum Beispiel: „Tolles Projekt“ oder „Ich hoffe, dass Sie noch viele interessante Geschichten zusammentragen werden“. Oder: „Wenn wir etwas zur Stadtgeschichte recherchieren, landen wir erstaunlich oft bei euch – wirklich super!“

 

Das motiviert uns weiterzumachen – mit neuen Beiträgen, spannenden Funden und vielleicht auch der einen oder anderen Überraschung. Bleiben Sie neugierig – und schauen Sie immer wieder vorbei!

 




50 Jahre Landkreis Neuburg-Schrobenhausen

Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Drei Landschaftsformen - Blick vom Tertiären Hügelland bei Berg im Gau über das Donaumoos - im Hintergrund die Fränkische Alb

Drei Landschaftsformen – Blick vom Tertiären Hügelland bei Berg im Gau über das Donaumoos – im Hintergrund die Fränkische Alb

Der folgende Text wurde für die Broschüre „Unser Landkreis Neuburg-Schrobenhausen“ verfasst, die im Jahr 2022 anlässlich des 50-jährigen Landkreisjubiläums erschienen ist. Aufgrund  des vorgegebenen maximalen Seitenumfangs musste sich der Artikel auf das Allerwesentlichste beschränken. Es ist geplant, ihn im Lauf der Zeit zu erweitern.

50 Jahre – ein rundes Jubiläum

Am 1. Juli 1972 trat in Bayern die Landkreisgebietsreform in Kraft, unser Landkreis wird also – wie andere bayerische Landkreise auch – im Jahr 2022 runde 50! Aus den 143 bayerischen Landkreisen wurden 71 größere gebildet, vor allem um leistungsfähigere Einheiten zu schaffen. Lange vorher wurde die Neueinteilung diskutiert. Die Zusammenlegung von Eichstätt und Neuburg war in der engeren Diskussion, ebenso die von Pfaffenhofen und Schrobenhausen. Schließlich wurden die ehemaligen Landkreise Neuburg und Schrobenhausen zu einem neuen Landkreis vereint. Beide Altlandkreise mussten größere Gebietsverluste hinnehmen. So verlor Schrobenhausen im Südosten Gebiete an Pfaffenhofen (mit dem Markt Hohenwart), Neuburg im Westen an das Donau-Ries (mit der Stadt Rain) und im Südwesten an die Landkreise Aichach-Friedberg und Augsburg.

Der Landkreis hieß ab 1. Juli 1972 zunächst Landkreis Neuburg a. d. Donau und trägt seit 1. Mai 1973 den Namen „Landkreis Neuburg-Schrobenhausen“. Kreissitz wurde Neuburg, gleichzeitig verlor die Stadt ihre Funktion als kreisfreie Stadt. Als „Große Kreisstadt“ erhielt sie jedoch eine Reihe von Aufgaben, die sonst dem Landkreis zustehen. Mit der Landkreisgebietsreform kam der Raum Neuburg von Schwaben nach Oberbayern.

 

Blick in die Erdgeschichte

Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen vereinigt ganz unterschiedliche Landschaftsformen. Der Süden liegt in den Ausläufern des Tertiären Hügellands, das durch die Aufwölbung der Alpen entstanden ist, die im Zeitalter des Tertiär vor rund 70 Millionen Jahren einsetzte. Im Westen bilden Schotterablagerungen auf tertiärem Unterbau die Aindlinger Terrassentreppe.

Im Norden finden wir den Fränkischen Jura, der sich vor 100 bis 200 Millionen Jahren aus Ablagerungen des Jurameers bildete. Auf einem Ausläufer des Jura liegt die Neuburger Altstadt.

Prägend für die Landschaft ist für unseren Landkreis vor allem die Donau. Die Urdonau floss nördlich von Rennertshofen zunächst nach Norden zur Altmühl, später durch das Schuttertal. Vor rund 70.000 Jahren verlagerte sie nach einem Durchbruch bei Stepperg ihren Lauf weiter nach Süden und schuf so das heutige Donautal. Die Donau durchströmte mit ihren großen Wassermassen nun auch das Gebiet des heutigen Donaumooses und räumte die Landschaft großflächig aus. Vor rund 10.000 Jahren unterbrachen aufgeschüttete Niederterrassen den Zufluss der Donaumoosbäche zur Donau, die Vermoorung begann. Als größtes Niedermoor Süddeutschlands war das Donaumoos bis Ende des 18. Jahrhunderts ein weitgehend unzugänglicher Sumpf, der zu zwei Fürstentümern gehörte.

 

Kelten, Römer, Germanen

Unsere Gegend ist seit der Altsteinzeit besiedelt, vor allem die Flussläufe lockten Jäger und Sammler an – aber auch das Donaumoos. Zahllose Funde aus der Bronzezeit bis zur keltischen Eisenzeit bezeugen die dauerhafte Besiedlung unseres Raums. Als die Römer nach 15 v. Chr. bis zur Donau vorstießen, später ihr Gebiet nach Norden ausdehnten, entstanden Römersiedlungen wie in Burgheim oder Kastelle wie auf dem Neuburger Stadtberg. Römische Gutshöfe sind hier nachgewiesen, außerdem Römerstraßen, die römische Orte und Kastelle verbanden. Nach dem Abzug der Römer beginnt die moderne Besiedlung durch das Vordringen germanischer Stämme, die sich mit der ansässigen Bevölkerung zu den Volksstämmen der Bayern östlich und der Schwaben westlich des Lech entwickelten.

 

Herzöge, Landgerichte, Städte

Unser Gebiet gehörte zunächst zum Stammesherzogtum Bayern. Königsgut lässt sich hier nachweisen, Besitz der Kirche und von Klöstern und nicht zuletzt des Adels.

Allmählich bilden sich Zentren heraus, zunächst als Märkte, dann als Städte. Eine der ältesten Stadtnennungen in Bayern ist für Neuburg bereits 1214 nachgewiesen, Schrobenhausen wird 1447 zum ersten Mal als Stadt bezeichnet. Um diese Zentren bilden sich herzogliche Landgerichte, so das Landgericht Neuburg ab 1294, das Landgericht Schrobenhausen um 1421. Seit Ende des 12. Jahrhundert war unser Gebiet immer mehr in den Herrschaftsbereich der Wittelsbacher gekommen, durch Landesteilungen kam es im Jahr 1392 zum Herzogtum Bayern-Ingolstadt und im Jahr 1447 zum Herzogtum Bayern-Landshut. Nach dem Ende des Landshuter Erbfolgekrieges trennte sich die Geschichte der beiden Landgerichte für drei Jahrhunderte: Schrobenhausen kam zum Herzogtum Bayern mit der Residenzstadt München, Neuburg wurde zunächst Residenz des 1505 neu geschaffenen, zerklüfteten Fürstentums Pfalz-Neuburg, das sich nach einer wechselvollen Geschichte in die Kurpfalz und die niederrheinischen Herzogtümer Jülich und Berg ausdehnte, so dass bedeutende Städte wie Heidelberg, Mannheim und Düsseldorf zum Herrschaftsgebiet gehörten.

 

Donaumoos – späte Besiedelung

Mit dem Aussterben der männlichen Linie in München im Jahr 1777 vereint Kurfürst Karl-Theodor (1724-1799), aus einer pfalz-neuburgischen Seitenlinie und bis dahin in Mannheim residierend, die wittelsbachischen Gebiete wieder in einer Hand. Mit dieser Vereinigung beginnt auch die Entwässerung und Besiedlung des Donaumooses, des größten Niedermoors Süddeutschlands – ein bis dahin zum größten Teil weitgehend unzugänglicher Sumpf. Die Besiedlung  beginnt mit der Gründung von Karlskron 1791 und Karlshuld 1795. Das obere Moos wurde erst im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts erschlossen und besiedelt. Mit der Kultivierung des Donaumooses kam auch eine größere Zahl von Protestanten in unser Gebiet.

 

Bezirksämter – Landkreise

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Bayern nach französischem Vorbild in „Kreise“ eingeteilt, die Vorläufer der heutigen Regierungsbezirke. Von 1817 an kamen die Landgerichte Neuburg und Schrobenhausen zum Oberdonaukreis, dem Vorläufer des heutigen Schwaben. Im Jahr 1838 trennten sich die Wege: Schrobenhausen kam zu Oberbayern, Neuburg zum Kreis „Schwaben und Neuburg“. Im Jahr 1852 war mit den Distrikten der Distriktsrat geschaffen worden, der mit – für heutige Verhältnisse – bescheidenen Selbstverwaltungsrechten ausgestattet war und als Vorläufer des heutigen Kreistags gelten kann. Jahrhunderte lang waren Landgerichte Gerichts- und Verwaltungsbehörden in einem gewesen. Mit der Trennung von Justiz und Verwaltung im Jahr 1862 entstanden als reine Verwaltungsbehörden nun die Bezirksämter, für unseren Raum die Bezirksämter Neuburg und Schrobenhausen, für die Beurkundung von Rechtsgeschäften wurden Notariate geschaffen. Im Jahr 1919 wurde das Wahlrecht auch auf der Ebene der Bezirke demokratisiert – auch Frauen durften nun zum ersten Mal wählen. Im Jahr 1939 wurden die Bezirksämter in Landratsämter umbenannt, aus dem Bezirksamtmann wurde der Landrat. Diese Bezeichnungen wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beibehalten.

 

Drei, die jeder kennt

Viele allgemein bekannte Persönlichkeiten gingen aus dem Landkreis hervor. Stellvertretend für die Landkreisteile sollen hier drei genannt werden. Für den Neuburger Raum steht vielleicht wie kein zweiter Pfalzgraf Ottheinrich (1502-1559), der das Neuburger Schloss zu einem imposanten Residenzschloss ausbaute und Regent des Fürstentums Pfalz-Neuburg, ab 1556 Kurfürst in Heidelberg war. Für den mittleren Teil des Landkreises, das Donaumoos, steht Max von Pettenkofer (1818-1901), der als Begründer der modernen Hygiene in München tätig war, schließlich für den südlichen Landkreis der in Schrobenhausen geborene Franz von Lenbach (1836-1904), der sich vom Sohn eines Stadtbaumeisters zu einem der bedeutendsten deutschen Porträtmaler des späten 19. Jahrhunderts entwickelte.

 

Dynamischer Landkreis

Der Landkreis umfasst nach der Gemeindegebietsreform in den 1970er Jahren 18 Kommunen, davon zwei Städte und zwei Märkte. Heute ist der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ein eher kleiner, aber ein sehr dynamisch wachsender Landkreis – die Bevölkerung hat seit der Gebietsreform um rund 35 % zugenommen. Grund dafür ist seine  Lage im Herzen Bayerns, eine leistungsfähige Wirtschaft mit vielen weltweit tätigen Industriebetrieben und sicher auch die Nähe zur Boom-Region Ingolstadt.

 

Entwicklung der Einwohnerzahlen

Jahr Einwohner
1970 73.438
1987 76.493
2005 91.181
2010 91.397
2015 94.654
2021 98.516